7 No-Go’s für Ihr Content Marketing

Content Marketing ist weder ein Hype noch die Zukunft. Eigentlich ist es nur ein Begriff für etwas, das die meisten erfolgreichen Unternehmen immer schon gemacht haben.

 

von Kathrin Eubisch, Content Marketing Managerin Evernine Group

Erfolgreiche Unternehmen erklären Ihr Business so attraktiv für den Markt, dass die Kunden einfach Lust und Gründe haben zu investieren. In diesen Tagen, in denen die Selbstvermarktung dank der digitalen Welt eine bislang niemals erreichte Dimension erreicht hat, steht diese Aufgabe im besonderen Fokus. Bevor aber losgelegt wird, sollte man sich über denkbare Fallstricke bewusst werden. Wir geben Ihnen sieben Don‘ts an die Hand, die Sie in jedem Fall vermeiden sollten.

 

1. Fehlende Routinen im Content

 

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Quelle: MichaelGaida via Pixabay.

Content Marketing benötigt qualitativ hochwertigen Content, das ist klar. Und der braucht manchmal auch seine Zeit. Und so sollte eine entsprechende Strategie einen Content-Fluss festlegen, der zugleich Flexibilität für unerwartete und neue Themen des Markts zulässt, und gleichzeitig „Routinen“ beinhaltet, um Leser und Kunden via Inhalte an das Unternehmen zu binden.

Punktueller Content-Fluss ist ein Don‘t (nach dem Motto „wir testen mal“), blinde Routinen ebenfalls, die Mischung macht es.

 

2. Produkte via Content Marketing verkaufen

 

Leser interessieren sich für den Business-Mehrwert des Produktes und nicht für das Produkt an sich. Der falsche Ansatz ist es damit, Produkte direkt via Content Marketing verkaufen zu wollen – es schreckt den Kunden ab und langweilt ihn, wieder einen Beitrag über das „Beste Produkt der Welt“ zu lesen. Adressieren Sie stattdessen die Pain Points der Kunden. Gute Formate sind Ratgeber, Case Studies und Meinungsbeiträge.

 

„Was den Leuten hilft, hilft dem Geschäft.“
Leo Burnett, Gründer der Werbeagenturgruppe Leo Burnett

 

3. Märchen erzählen – Storytelling falsch interpretiert

 

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Quelle: SaeKawaii via Pixabay.

Alle sprechen von Storytelling, aber gerne belassen es Firmen in ihrem Content bei entsprechender Verpackung, dann kommt nicht mehr viel. Natürlich ist es spannend, reißerische Headlines zu lesen, die vielversprechend klingen, und Lust machen, den Beitrag zu lesen. Doch sollte Ihr Content auch durchgehend das halten, was er verspricht. Zu gutem Storytelling gehören Gegenargumente, eine ausgewogene Meinung. Kunden hinterfragen zunehmend. Wenn Sie Pros & Contras durchweg nennen, aber die Pros gewinnen, ist das eine effektivere Methode, Vertrauen zu schaffen, als sich selbst in den Himmel zu loben. Mut gewinnt.

 

4. Am besten alle Zielgruppen gleichzeitig ansprechen

 

Content Marketing lebt von spannendem Inhalt, der eine Zielgruppe spezifisch anspricht. Bevor Sie sich also an das Verfassen Ihres Beitrags setzen, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, welche Ihrer Zielgruppe Sie genau ansprechen wollen. Lieber mehrere Kampagnen fahren, zum Beispiel auch mal die gleiche jeweils für verschiedene Branchen anders aufbereitet – als den „eierlegenden Wollmilch“-Content zu erstellen.

 

„Content is king.“
Bill Gates

 

5. Qualitativ hochwertigen Content kann jeder erstellen

 

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Quelle: PublicDomainPictures via Pixabay.

Sie irren sich. Qualitativ und redaktionell hochwertiger Content kann nur von Profis erstellt werden. Hüten Sie sich, einen Praktikanten an dieses hochkomplexe Thema zu setzen. Um guten Content zu erstellen, benötigt der Redakteur ausreichend Branchen-Know-how, um auch die Wünsche oder gar Ängste der Zielgruppe zu kennen und ansprechen zu können.

Dabei ist ebenso eine professionelle und neutrale Umgebung des Beitrags entscheidend für die Verweildauer. Ist der Beitrag immer gut leserlich, verfügt er über ausreichend Absätze, stellt er die wichtigen Punkte besonders heraus und ist er klar strukturiert, dann wird der Beitrag definitiv auch zu Ende gelesen.

6. Content ist online – Arbeit ist jetzt abgeschlossen.

 

Viele Unternehmen fiebern der Veröffentlichung des Contents innerhalb ihrer Content Marketing-Kampagne entgegen, weil dann nichts mehr zu tun ist. Weit gefehlt: Auch wenn der Content publiziert wurde, sollte er über möglichst viele Kanäle verbreitet werden – sei es über Social Media, den Firmen-Blog, redaktionell verpackt als Pressemitteilung oder als News per E-Mail-Mailing. Und dann ist die Arbeit noch nicht getan. Beobachten Sie den Erfolg Ihres Contents über einen längeren Zeitraum, analysieren Sie die Lese-Ergebnisse anhand von KPIs – wie Verweildauer, Anteil mobile Leser, Click-Through-Rates, etc. – und optimieren Sie ihn entsprechend laufend – lernen Sie aus den Ergebnissen des Content Marketings auch für Ihr Go-To-Market.

 

„Schreibe entweder etwas Lesenswertes oder tue etwas, worüber es sich lohnt zu schreiben.“
Benjamin Franklin

 

7. Kurzer Atem

 

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Quelle: tpsdave via Pixabay.

Content Marketing ist ein dauerhafter Prozess, der zunächst einmal aufgebaut und entwickelt werden muss. Nach dem Aufsetzen einer ersten Content Marketing-Strategie muss diese auch langfristig im Unternehmen etabliert sowie die Mitarbeiter hierfür entsprechend aufgestellt und geschult werden. All das braucht seine Zeit. Sie haben in Ihrer Strategie unterschiedliche Kanäle für die Ausspielung des Contents definiert, doch erklären Sie nicht zu schnell einen Kanal als ungeeignet, weil vielleicht der erhoffte Erfolg ausbleibt. Bleiben Sie auf dem neuesten Stand, was Targeting, Displays und Algorithmen betrifft und passen Sie Ihre Kampagne auf den jeweiligen Kanal und die Zielgruppe an.

Auch wenn die erhofften Leads innerhalb des Kampagnenzeitraums nicht in Massen einfliegen, warten Sie ab und haben Sie Geduld. Viele interessierte Leser behalten Ihr Angebot im Kopf, vergleichen dieses aber mit anderen und kommen dann als Returning Visitor wieder auf Ihr Unternehmen zurück.