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Ja zur SEO im Journalismus

Moderne Texte wollen nach SEO-Schlagworten geschrieben werden. Zumindest, wenn sie Bedeutung in der Welt des Internets erhalten sollen.

Textliche und auch visuelle Inhalte für Suchmaschinen zu optimieren, gehört in der Welt der Firmen-Webseiten längst zum Pflichtprogramm. Doch wie sieht es aus, wenn es sich um Texte aus dem Journalismus handelt? Gute Texte sind auch hier SEO-optimiert. Zumindest soweit, wie Inhalt und Wahrheitsgehalt nicht leiden.

Viele wissen es nicht: SEO kann bisweilen die Arbeit von kompletten Redaktionen übernehmen. Wer beispielsweise das „Google Keyword Tool“ richtig zu nutzen weiß, kann zu einem Thema ein komplettes, aus Schlagworten bestehendes, Gerüst für einen Artikel errichten, der genau das beschreibt und erklärt, was die Mehrheit im Web an diesem Thema interessiert.

Das Google-Tool spuckt, richtig genutzt, die entsprechenden Schlagworte aus.

Recherche per Keyword-Tool

 

Es entsteht ein Text, der ziemlich sicher weit oben bei Google erscheint. Das birgt natürlich Gefahren. Die Idee des Journalismus, kritisch und unabhängig zu agieren und unabhängig von der Absicht zu sein, möglichst viel Aufmerksamkeit erhaschen zu wollen, unbequem zu sein, ist in Gefahr. Das ist unbestreitbar.

Nur verfolgen journalistische Texte, gerade die Fachtexte darunter, zugleich das Ziel, einen Nutzwert zu haben. Es ist also genauso unbestreitbar: Wessen Texte im Internet nur schlecht gefunden werden, kann niemanden informieren und nutzen.

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Keine Leser, ohne SEO?

 

Die Welt ist nicht schwarz-weiß. Fachtexte, auch journalistische, anhand mordernster SEO-Werkzeuge zu trimmen, kann hilfreich sein, für den Leser wie für den Verfasser. Es gibt Grenzen, etwa wenn der Text ausschließlich zum Ziel hat, kritisch zu sein, der Nutzwert aber eher im Hintergrund steht – was aber eher selten geschieht.

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Sie suchen Fachbeiträge auf Google? Die Ergebnisse der ersten und zweiten Seite sind immer SEO-optimiert und deshalb so gut platziert. (Bild: pixabay.de)

Zugleich gibt es Tricks und Kniffe, wie auch die Wahrheit und Kritik eingehalten werden kann, auch wenn das nächst-wichtigste Suchwort zu einem Thema eigentlich keinen Platz im Artikel hat.

Beispiel: Man hat die Aufgabe, einen Artikel über Microsoft und seinen wichtigsten Bewerber in einem Umfeld zu schrieben. Man stellt über das Keyword Tool fest, im Zusammenhang mit dem Thema interessieren sich die Leute für Firma XY, die in der eigenen Recherche gar keinen Platz hatte.

Den schaffen wir künstlich: „Auch wenn immer wieder behauptet wird, XY ist in diesem Bereich der entscheidende Wettbewerber von Microsoft, haben die Marktanalysten jetzt bestätigt, dass es eindeutig Samsung ist.“ So ist das Wort „XY“ im richtigen Kontext in diesem Beispiel „künstlich“ erwähnt worden, auch wenn der Artikel hier in diesem Beispiel um Samsung drehen sollte.

Desto mehr Verlage, Firmen und Medien SEO für ihre Zwecke nutzen – und sie wären schlecht beraten, es nicht zu tun – desto mehr steht auch die übrige Branche vor der Aufgabe¸ sich damit auseinanderzusetzen. Die Agentur Evernine nutzt im jeweils angemessenen Umfang für die Textverfassung SEO.

Quelle Titelbild: Pixabay